Trotz der ca. 150 Jahre Bilderfahrung gilt eine Fotografie heute noch als gültige Referenz für jegliche Information. Das spannungsreiche Verhältnis von bildimmanenter und mittels Bildunterschriften beigefügter Bedeutung analysiert Thomas Schmidt am Beispiel von Alexander Kluges „Schlachtbeschreibung‟.
Die Kunst der Populärmusik. Tonträger als künstlerisches Medium – „The Velvet Underground & Nico produced by Andy Warhol“
Eine Banane mit der nebenstehenden Aufforderung „Peel slowly and see“ und ein Künstlername zieren das Cover der Schallplatte von The Velvet Undergound & Nico: Mit der Gestaltung und vorgeblichen Produktion dieses Albums kratzte Andy Warhol 1967 an der bis dato unangefochtenen Distinktion von Popmusik und deren Kunstanspruch. Der Frage danach, inwieweit jedoch die Popmusik damit selbst zum Kunstgegenstand wurde, geht Anna Braun nach.
Innovation durch Adaption. Formfindung bei Herzog & de Meuron
Zeitgenössischen Stararchitekten wird oft vorgehalten, sie hinterließen überall ähnliche Gebäude, vergleichbar einem Markenzeichen. Katharina Knacker stellt mit Herzog & de Meuron ein Schweizer Architektenduo vor, bei dem dies offenbar anders ist und geht der Frage nach, wie es den beiden gelingt, sich immer wieder neu zu erfinden.
Die „moderne Tragödie“: Mechanismen der Inszenierung von Märtyrerbildern am Beispiel des gewaltsamen Todes Carlo Giulianis beim G8-Gipfel in Genua
Im säkularen Kontext erscheint die Figur des Märtyrers häufig nur noch als eine Art atavistische Pathosfloskel. So wurde etwa der jüngst verstorbene Senator Ted Kennedy im amerikanischen Fernsehsender CBS als Märtyrer für Obamas Gesundheitsreform bezeichnet: „a martyr because of all that he’s done and he very well might help, in death, Obama get his health care plan.“ In seinem Aufsatz geht Michael Isenberg der Frage nach, ob und unter welchen Voraussetzungen eine strukturell ernstzunehmende, säkulare Interpretation des Märtyrerbegriffs denkbar ist.
Menschen-Bilder. Zum Tod des Bildhauers und Grafikers Alfred Hrdlicka
In wuchtige Marmorblöcke meißelte Alfred Hrdlicka Darstellungen berühmter und weniger bekannter Figuren, die eines gemein haben: Sie leiden, begehren und sterben. Hrdlickas Kunst war mit viel Leidenschaft dem Existentiellen auf der Spur, während die postmoderne Selbstgefälligkeit ihn zornig stimmte. Jetzt ist Alfred Hrdlicka im Alter von 81 Jahren am 5. Dezember in Wien gestorben. Hannes Fernow wirf einen Blick auf die Inhalte seines Schaffens.
Visualisierung des Kriegserlebnisses. Das „Selbstbildnis als Mars“ von Otto Dix und die Kriegszeichnungen 1915–1918
Brutalität und Zerstörung, Kampfgeist und Kameradschaft – um Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz zu erfahren, war Otto Dix erwartungsvoll in den Krieg gezogen. Seine Eindrücke dieses Geschehens hielt er in zahlreichen Zeichnungen und Gemälden fest, anhand derer Friederike Voßkamp das Verhältnis des Künstlers zum Krieg und seinen Weg von verklärter Begeisterung hin zur Ernüchterung untersucht.
Symbole der Mystik und Magie der Wüste. Zu den Lederarbeiten der Tuareg
Mystik und Spiritualität prägen den Glauben und das Leben der Tuareg-Nomanden. Wie auch die Kunst dieses Volkes vom Glaube an Magie, Naturmystik und der Vermischung verschiedenster Kulte mit dem Islam inspiriert wird, zeigt Hanna Sotikiewicz. Anhand des Beispieles eines Sattels sollen Ikonografie und Semiotik der Kunstgegenstände des Wüstenvolkes analysiert werden.
Superschweizer? Zur kulturellen Identität im Werk von Fischli/Weiss
Die Schweizer sind für ihr Eigenbrötlertum bekannt. Als typisch schweizerisch gilt auch das Werk von Peter Fischli und David Weiss. Im Vergleich mit der Kinderbuchfigur Globi soll die „Swissness“ und deren Manifestation untersucht werden.
Et in Arcadia ego: Ferdinand Hodler und Valentine Godé-Darel
Ob Kriegsopfer in Afghanistan oder gefallene Popstars, die postmortal einstige Höhen wieder erklimmen – der Tod ist immer anwesend und der Mensch zur Auseinandersetzung gezwungen. In beeindruckender Weise zeigte Ferdinand Hodler in seinem Bilderzyklus seine sterbende Geliebte Valentine Godé-Darel, wehrte sich so gegen die allgegenwärtige Macht des Todes und setzte seinem Modell ein Denkmal.

RSS-Feed abonnieren
