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    Auf Tuchfühlung mit der Mona Lisa

    „Œuvres à la loupe“ ermöglicht, ausgewählte Exponate des Louvre genau unter die Lupe zu nehmen.

    16.11.2009

    Caroline Marié

    Redaktion

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    „Das kennen Sie sicher im Original“, kommentiert oftmals der ein oder andere Professor gezeigte Gemälde oder Skulpturen in seiner Vorlesung. Manchmal ist es allerdings gar nicht so einfach, ein berühmtes Werk im Museum akribisch unter die Lupe zu nehmen: Wer wünscht sich nicht, einmal alleine vor der Mona Lisa im Louvre stehen zu können, ohne von einer Schar mehr oder weniger kunstbeflissener und freundlicher Touristen umringt zu sein? Doch auch ohne deren Präsenz ist die eingehende Betrachtung aus der Nähe wegen der extremen Sicherheitsvorkehrungen aussichtslos.

    Das wohl bekannteste Gemälde des Louvre und einige weitere wichtige Exponate kann man sich nun, dank der aufwendig gestalteten und interaktiven Funktion „Œuvres à la loupe“, die auf der Homepage des Louvres Interessierten bereitsteht, gemütlich in all seinen Details erschließen. Besprochen werden zwölf ausgewählte Gemälde, Möbelstücke und Skulpturen, der Kunstgeschichte und Archäologie, aus dem reichen Museumsfundus – von der um 1434⁄1435 entstandenen Rolin-Madonna Jan van Eycks über einen Kabinettschrank aus Ebenholz der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Codex Hammurabi, der auf das 18. Jahrhundert vor Jesus Christus datiert wird.

    Neben dem Audio-Kommentar gibt es alle Texte praktischerweise auch zum Mitlesen und für all jene, die des Französischen nicht (ganz) mächtig sind, besteht die Möglichkeit, die englische Sprache zu wählen. Vorteilhaft ist auch das seitlich angebrachte Menü, durch das eine individuelle und dem eigenen Lese‑ oder Schreibtempo angepasste Lektüre gewährleistet wird: Wählbar sind sowohl Pause und Play, als auch das Vor‑ und Zurückspringen zwischen den einzelnen Rubriken.

    Bild 4

    Vergleichsbilder helfen die Mona Lisa zu verorten: Hier wird ihr Schleier als zeittypische Kopfbedeckung spezifiziert.

    Jedes Werk wird nach verschiedenen Aspekten beschrieben, analysiert und kontextualisiert: Mal gibt es Karten zur geographischen Verortung, mal wird beispielsweise bei beschädigten Werken eine genaue Schilderung des Restaurationszustandes geboten oder die archäologische Entdeckung erhellt.

    Im Fall der Mona Lisa werden sowohl die Beschädigungen auf der Rück‑ und Vorderseite als auch die Restaurationsmaßnahmen sichtbar gemacht. Mit der zusätzlichen Lupenfunktion kann man die Holzstrukturen des Bildträgers sowie die Farbschichten des Gemäldes individuell untersuchen.

    Bild 7

    Das berühmteste Lächeln der Welt unter der Lupe.

    Die Funktion „Chronologie“ in der rechten Leiste ermöglicht es, die Geschichte des Gemäldes mit Hilfe eines Zeitstrahls zu verfolgen. Dieser enthält wichtige Daten wie den Tod Leonardo da Vincis am 2. Mai 1519 oder die jeweiligen Aufenthalts‑ und Hängungsorte des Werkes. Auch Erwähnungen durch Zeitzeugen werden angegeben und zitiert.

    Mona Lisa

    „Echelle“

    „Echelle“, also Maßstab, vergegenwärtigt die Dimensionen des Gemäldes. Im Glossar finden sich im Text verwendete Fachtermini, im Fall der Mona Lisa vor allem solche  der Maltechnik wie das ‚Sfumato‘. Bei anderen Kunstwerken werden ikonographische Themen, Künstler, relevante Persönlichkeiten, Abkürzungen, französische Begriffe, Gebäude, Epochenbegriffe, Institutionen usf., die zum Verständnis des jeweiligen Werkes relevant sind, vorgestellt und definiert. Außerdem werden unter „Bibliographie“ einige nützliche Literaturtipps aufgeführt.

    Allen interessierten Kunsthistorikern und Archäologen ist der Besuch der Seite, ob zum Zeitvertreib mit sicher willkommenem Lerneffekt oder zum Einstieg in die Auseinandersetzung mit einem der Exponate, nur zu empfehlen. Es bleibt zu hoffen, dass schon bald zahlreiche Werke hinzugefügt werden und sich weitere Museen an dieser gelungenen und fundierten Präsentation ein Beispiel nehmen.

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