Kunsthistoriker im Beruf geben Einblicke in ihr Arbeitsleben und Tipps für den Berufseinstieg.

3… 2… 1… Rekordsumme!

Als Student der Kunstgeschichte führt man ein behütetes Leben. Beim Berufseinstieg sieht man sich mit der Tatsache konfrontiert, dass Kunstwerke außerhalb der Universität als kommerzielle Objekte gehandelt und mit Preisen versehen werden. Gezielt werben Auktionshäuser mit Preisausrutschern und Rekordsummen. Auch Fälschungsskandale wie der um die Sammlung Werner Jägers gehören zur Realität auf dem Kunstmarkt. Dr. Ingrid Gilgenmann, Ausbilderin beim Auktionshaus Lempertz und Expertin für den Bereich Porzellan, Keramik und Fayencen, erklärt im Interview, wie der Wert eines Kunstobjektes taxiert wird, welches Handwerkszeug sie hierfür nutzt und wie Kunstfälschungen erkannt werden können.

Eine Frage des Geschmacks

Das Städel Museum in Frankfurt hat nach zweijähriger Umbauphase einen Teil seiner Räume dem Publikum wieder zugänglich gemacht. Im Interview berichtet Sammlungsleiter Dr. Felix Krämer über die Neupräsentation der „Kunst der Moderne“, er verrät, woher man eine Fotografie-Sammlung nimmt und warum eine Waldnymphe und der Hund Puss gut zueinander passen.

„Das Überleben ist schwierig“

Der Kunstkritiker Hanno Rauterberg (Die Zeit) hat jüngst ein Plädoyer für eine Akademie für autonome Kunstkritik verfasst. Im Gespräch erklärt er, wie diese Akademie aussehen könnte, was das Grundkapital eines Kunstkritikers ist und warum die Kunstkritik Urteile und Kriterien braucht. Abschließend gibt er - als einer unserer drei Juroren in der Kategorie Kunstkritik - Tipps für die Teilnehmer des artefakt-Artikelwettbewerbs.

Plagiatskontrolle: Ehrlich währt am längsten

Guttenberg hat vorgemacht, wie man es am besten nicht machen sollte. Auch hat die universitäre Kontrollinstanz in Person von Gutachtern keinen Verdacht geschöpft. Am Kunsthistorischen Institut der Universität Heidelberg wurde bereits lange vor Guttenberg & Co - man könnte sagen - ein Frühwarnsystem in Form einer Software eingeführt. Wir sprachen mit Michael Hoff, Akademischer Rat, über das Abschreiben aus dem Internet, Verdachtsmomente und ein lernwilliges System.

Frisch am Markt

Jüngst hat ein Auktionshaus für junge Kunst online eröffnet. „start your art“ hilft jungen Künstlern, auf dem schwer zugänglichen Kunstmarkt Fuß zu fassen. Mit artefakt sprach die Gründerin Jenny Seul über ihr Konzept, die Männerdomäne Kunstmarkt und das Xing für Künstler.

Fehler im System Kunstmarkt

Der Fälschungsskandal um die „Sammlung Werner Jägers“ und etwaige Verstrickungen von Kunsthistorikern sind derzeit wieder in aller Munde. Mit Thomas Steinruck von den Mannheimer Versicherungen sprachen wir über die Auswirkungen des Skandals auf den Kunstmarkt und die Versicherungsbranche, über seine Tätigkeit als Kunsthistoriker bei einer Versicherung und über die Gefahr, die von einer Nagelschere ausgehen kann.

Über Geschmack lässt sich streiten

Johan Holten, der ehemalige Direktor des Heidelberger Kunstvereins, leitet seit einigen Wochen die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden. Mit seiner ersten Ausstellung „Geschmack – der gute, der schlechte und der wirklich teure“ möchte er die Bewertungskategorie Geschmack hinterfragen. Wir sprachen mit ihm über seinen Werdegang, Plakataktionen auf der Lichtentaler Allee in Baden-Baden und das vermeintlich begehrteste Gadget von Apple.

Ein schönes Problem

Nach den Beiträgen zur Gartendenkmalpflege und Gartenkunstgeschichte setzen wir mit der Frage nach der musealen Präsentation von Gartenkunst unsere Interviewreihe fort. Mit Gabriele Uerscheln, Direktorin des Museums für Europäische Gartenkunst in Schloss Benrath in Düsseldorf, haben wir über die Vermittlungsproblematik von Gärten, das Sammeln von Gartentraktaten und einen Credit Point zählenden Erwin Panofsky gesprochen.

Spaziergang durch die Gartenkunstgeschichte

Der englische Dichter Joseph Spence beschrieb den Landschaftsgarten 1752 als eine „Gemäldegalerie unter freiem Himmel“. Mit welchen Methoden man sich dem Raumkunstwerk Garten nähern kann, weshalb Bilder trügerische Quellen sind und wieso verschlafene Kunsthistoriker den Schritt in den Garten wagen sollten, erklärt Dr. Stefan Schweizer, Juniorprofessor für Gartenkunstgeschichte in Düsseldorf, im Gespräch mit artefakt.

Eine seltene Spezies

„Ein Garten ist ein Gegenstand der Kunst allein“, schrieb Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau. Wie die kunsthistorische Bedeutung von Gärten vermittelt werden kann, welche Aufgaben ein Gartendenkmalpfleger hat und wie sich Gartendenkmalpflege und Gartenkunstgeschichte ergänzen können, erläutert Dr. Hartmut Troll, Gartendenkmalpfleger bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg und Lehrbeauftragter an den Universitäten in Heidelberg und Kassel im Gespräch mit artefakt.

Kavaliersdelikt Kunstfälschung

Noch immer macht der Skandal um die Sammlung Werner Jägers fast täglich Schlagzeilen. Knapp 50 Werke der Klassischen Moderne, die u.a. über Christie’s, Sotheby’s und Lempertz auf den Kunstmarkt gekommen sind, stehen unter Fälschungsverdacht. artefakt sprach mit Susanna Partsch, Kunsthistorikerin und Autorin des Buches „Tatort Kunst“, über Kunstfälschungen, den Ehrgeiz der gutachtenden Kunsthistoriker und die Frage, warum Fälscher sogar zu Nationalhelden werden.

Justitia transkulturell

Mit ihrem goldenen Lasso, Diadem und Unterarmreifen ist die seit den 1940er-Jahren für Gerechtigkeit kämpfende Wonder Woman weltweit bekannt. Dass Personifikationen bereits in der Frühen Neuzeit als Spiegel von transkulturellem Austausch betrachtet werden können und welche Vorteile eine Forschungsgruppe gegenüber der Einzelpromotion bietet, erklärt Cornelia Logemann, Leiterin der Heidelberger Nachwuchsgruppe „Prinzip Personifikation“, im Gespräch mit artefakt.

Kollektive Bildarbeit

Was haben Angela Merkel bei studiVZ, Rihanna-Cover bei YouTube und ausgeleerte Taschen auf flickr gemeinsam? Daniel Hornuff und Simon Bieling haben die Antwort. In ihrem Buch „Wir sind Bild! Die visuelle Kultur der sozialen Netzwerke“ beschäftigen sie sich mit den Bildwelten von facebook und Co. Wir haben uns mit den beiden per E-Mail über ihr Buchprojekt unterhalten.

Die ‚Global Art History‘ hinterfragt den Kanon

Zeitgenössische Kunst aus der ganzen Welt findet inzwischen Eingang in Museen wie aktuell in Bochum, München oder Karlsruhe. Dass eine transkulturelle Sichtweise die Kunstgeschichte dynamisieren kann, erklärt Monica Juneja im Interview mit artefakt. Wir sprachen mit der ersten Lehrstuhlinhaberin für ,Global Art History‘ in Deutschland über die Herausforderungen des neuen Forschungsgebietes, Hans Beltings Perspektive und ihre Definition der ‚Global Art‘.

Wenn Kunst und Ethnologie aufeinanderprallen

In Frankfurt wird in der Ausstellung „KunstVoller Widerstand“ zeitgenössische Kunst aus Sri Lanka gezeigt. Im Gespräch erklären die Kuratoren Sylvia Kasprycki und Doris Stambrau was es mit dem internationalen Dialogprinzip von Kunst auf sich hat, wieso die Gattung der Installation in Sri Lanka so gut ankommt und wie politisch die „widerständische“ sri-lankische Kunst tatsächlich ist.