Beiträge und Kommentare zu aktuellen, kunsthistorisch relevanten Themen.

Skandal in einer Gedenkstätte: Was darf Kunst?

artefakt-Artikelwettbewerb: 2. Platz in der Kategorie Kunstkritik.

Die Theatermacher im Museum

In diesen Tagen geht die Ausstellung „L’invention du sauvage“ im Musée du Quai Branly in Paris zu Ende. Die Ausstellung möchte die Erfindung des Wilden vom kolonialen Zeitalter bis zum Zweiten Weltkrieg nachzeichnen und den in den menschlichen Zoos Ausgestellten ihre Stimme wiedergeben. Ein derartiges Konzept muss nicht notwendigerweise scheitern, doch bewegt sich die Pariser Ausstellung stets am Rande des Spektakels und damit der reinen Neu-Inszenierung der Konstruktion des Anderen.

Der kleine Materialismus

artefakt-Artikelwettbewerb: 3. Platz in der Kategorie Kunstkritik.

Du sollst Dir ein Gottesbild machen

Das Bewusstsein von einer göttlichen Macht gehört zur Grunderfahrung aller Menschen. Diese Vorstellung wird in drei Publikationen der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vertreten. Von diesen ausgehend zeigt die Universitätsbibliothek Heidelberg derzeit die Ausstellung „Götterbilder und Götzendiener in der Frühen Neuzeit – Europas Blick auf fremde Religionen“, die sich mit den verschiedenen Götterbildern und Glaubensrichtungen fremder Kulturen in der Frühen Neuzeit auseinandersetzt.

Kunstgeschichte oder Restaurierung? Hintergründe zur Restauratorenausbildung

Restaurieren ist der vermeintliche Traumberuf vieler angehender Kunsthistoriker. Maren Mittentzwey, Staatlich geprüfte Restauratorin, stellt das Berufsbild des Restaurators vor und informiert darüber, was Akademiker bei der Erwägung einer entsprechenden Ausbildung bedenken sollten.

Lernst Du noch oder spielst Du schon?

Schon Schiller erkannte das Spiel als grundlegende Antriebskraft des Menschen. Durch die Möglichkeiten des Web 2.0 werden Spiele derzeit immer öfter zur Lösung von Aufgabenstellungen herangezogen. Das Online-Spiel Artigo macht sich diese Vorgehensweise zu Eigen und bittet die Netzgemeinde um spielerische Mithilfe bei der Verschlagwortung der Bilddatenbank Artemis. Grund genug, die aktuellen Versionen zu testen und mit Professor Hubertus Kohle, dem Initiator des Projekts, zu sprechen.

Wandelbare Kunsträume

Schon Andy Warhol wusste es: „Um als Künstler erfolgreich zu sein, muß man in einer guten Galerie ausgestellt werden.“ Der Kunstbetrieb ist also eine arbeitsteilige Angelegenheit. Es gibt die einen, die die Werke schaffen und die anderen, die die Produkte präsentieren und ihnen den Weg in den öffentlichen Diskurs ebnen. In Karlsruhe haben es sich vier junge Galerien zur Aufgabe gemacht, Nachwuchskünstlern aus der eigenen Generation als Sprungbrett zu dienen.

Das (Un‑)Glück der Kunst liegt auf dem Rücken der Pferde

Was haben der Trafalgar Square in London, die Hauptstadt Nordkoreas und der Spielberg Spielfilm „War Horse“ gemeinsam? Unser freier Mitarbeiter Antonio Russo macht sich Gedanken über geglückte und nicht geglückte Adaptionen historischer Reitermonumente und eine Neuauflage des Bukephalos-Mythos.

Der Tod der Kunstkritik

Der Kunstkritiker von heute tanzt auf vielen Hochzeiten und hat dafür seine Autonomie geopfert: „Künstler treten auf als Kritiker, Kritiker treten auf als Kuratoren, Kuratoren treten auf als Künstler, Künstler treten auf als Kuratoren“, so Hanno Rauterberg (Zeit). Die Veranstaltung „Kunst‑ und Künstlerkritik“ im Freiburger Kunstverein hat sich mit den verhängnisvollen Verflechtungen der Kunstberichterstattung auseinandergesetzt und stellte exemplarisch zwei junge, international agierende Kunstmagazine vor.

„Eine Promotion ist die bessere Ausbildung“

Das Netzwerk Kunst und Kultur des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg stellte kürzlich mit drei geladenen Gästen Studierenden und Interessierten verschiedene Berufsperspektiven für angehende Kunsthistoriker vor. Vertreten waren die Branchen Kulturjournalismus, Museum und Universität.

Poesie des Augenblicks

„Lyriker“ unter den Impressionisten und „malender Poet“ wird Alfred Sisley genannt. Und tatsächlich findet der „englische Monet“ eine ganz eigene Bildsprache für die sensibel eingefangenen Landschaftspanoramas. Dem Betrachter eröffnet sich ein flirrendes Farbenspiel, das sich noch bis Ende des Monats im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal erleben lässt. Dort wird Alfred Sisleys Oeuvre erstmals in Deutschland in einer Sonderausstellung gezeigt.

Endlosschleife

Venedig, São Paulo, Sydney, Moskau – eine Gemeinsamkeit der Städte ist die Ausrichtung einer Kunstbiennale. Seit Ende des letzten Jahres kann sich Heidelberg in diese Liste einordnen. Zwar hat das Kind hier einen anderen Namen, aber mit dem Ausstellungsformat “Übermorgenkünstler” greift der Kunstverein den beliebten zeitlichen Rhythmus auf. Alle zwei Jahre bietet sich dem Publikum die Gelegenheit, selbst über das Potenzial der Kunst von übermorgen zu urteilen. Wie überzeugend sind dieses Jahr die „Übermorgenkünstler“?

Im Dialog mit dem Leser

Die Abschlussarbeit steht bevor, was jetzt? Bisher sind die Seminararbeiten eher unbefriedigend ausgefallen, die Abschlussarbeit muss aber sitzen. An einigen Universitäten wie etwa in Köln gibt es Schreibzentren, die Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben und speziell Crashkurse für Examenskandidaten anbieten. Rettung in letzter Minute muss nicht sein, denn auch in Bezug auf das wissenschaftliche Schreiben gilt das Sprichwort „früh übt sich, wer ein Meister werden will“. Wir sprachen mit Helga Esselborn-Krumbiegel, der Leiterin des Schreibzentrums in Köln, was beim Schreiben nur demotivieren kann, welche Probleme Studierende mit wissenschaftlichen Arbeiten haben und wie man diese Schritt für Schritt lösen kann.

„Harmonie ist ein Auftrag“

Kunsthistoriker beschäftigen sich hauptsächlich mit der Kunst von vorgestern, gestern und vereinzelt mit der Kunst von heute. Einen Blick auf die Kunst von übermorgen bietet dieses Jahr zum zweiten Mal der Heidelberger Kunstverein in der Ausstellung „Übermorgenkünstler II“. Da Heidelberg bekanntlich keine Kunstakademie hat, wurden die Studierenden der umliegenden Akademien aufgerufen, Arbeiten einzureichen. 18 Beiträge wurden ausgewählt und sind noch bis 19. Februar 2012 zu sehen. Für artefakt haben einige der Künstler ihre Beiträge kommentiert.

„Fahrt mal nach Brandenburg“

Der 81. Kunsthistorische Studierenden Kongress (KSK) findet in Kürze unter dem Motto „Peripherie - Wer steht am Rand?“ in Siegen statt. Die Peripherie, der die Veranstaltung gewidmet ist, entfaltet sich in vielen Facetten. Sie reicht von Brandenburg bis zum Nahen Osten, vom Siegerländer Krüstchen bis zum Apéro. Wie man vom schnöden Rand zum Sehnsuchtsort wird und warum das Kurzportait von Siegen „Wald und Beton“ lautet, erklären die Organisatoren im Interview.