Kunsthistoriker im Gespräch

Kunsthistoriker im Beruf geben Einblicke in ihr Arbeitsleben und Tipps für den Berufseinstieg.

Schlagkräftiges Publizieren

Verstaubte Bücher auf dem Schreibtisch, eine große Hornbrille auf der Nase und Birkenstocksandalen an den Füßen, so das Klischee des verschrobenen Bibliothekars. Im Gespräch mit artefakt räumt Dr. Maria Effinger mit den Vorurteilen auf und berichtete, was ein Kunsthistoriker im 21. Jahrhundert in einer Bibliothek macht, warum sie zum Lesen nur in ihrer Freizeit kommt und sie zeigt die Vor‑ und Nachteile von Print‑ und Online-Publikationen auf.

„Stört Sie, dass ich lüge?“

Unter dem Titel „Der letzte Blick“ eröffnete jetzt im Kurpfälzischen Museum Heidelberg das „Museum of Optography“ des Konzeptkünstlers Derek Ogbourne. Im Gespräch mit artefakt erklärt der Brite, was Optographie ist, wieso man Kaninchen töten muss, um Dalis Schnurrbart abzubilden und weshalb Künstler Lügner sein dürfen.

Kunstkritik ist Training

Über Jahrzehnte bestimmte der Kritiker Clement Greenberg die Diskussion um Kunst und setzte Maßstäbe in ihrer Beurteilung. Im Interview gibt nun Swantje Karich, Redakteurin im Kunstressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, einen Blick auf die zeitgenössische Kunstkritik. Sie erklärt, was eine gute Kritik ausmacht, weshalb Verisse für eine Gesellschaft wichtig sind und was Maßstäbe für die Bewertung von Kunst sein können.

Von existentieller Erregung beim Sprechen über Kunst

Man muss nicht einmal die Zeitung aufschlagen oder die „Texte zur Kunst“ zur Hand nehmen, um festzustellen, dass das Sprechen über Kunst kein Sonntagsspaziergang ist. Während Kunstkritiker und Kunsthistoriker bisweilen Probleme mit der Verständlichkeit ihrer Texte haben, fühlen sich Laien beim Sprechen über Kunst einer ständigen Prüfungssituation unterworfen. Der Sprachwissenschaftler Marcus Müller berichtet im Gespräch mit artefakt über seine aktuelle Forschung zur Kunstkommunikation, über die existenzielle Erregung beim Sprechen über Kunst und Waschmaschinen und über die Rolle der Kunstgeschichte als Vehikel zur Identitätsbildung.

Kämpfer für den öffentlichen Raum

Es gibt viel zu tun: Immer noch aktuell sind die Themen, die der Jurist und Künstler Klaus Staeck seit über 30 Jahren in seinen Plakaten darstellt. Im Gespräch mit artefakt berichtete er von den kunstunfreundlichen 1960er Jahren, erklärte warum Sprayer einen guten Grund für ihr Graffiti haben sollten und wie es in Zeiten von „Dschungel Camp“ und Schumi-Comeback um unsere Demokratie steht.

„Die Leinwand hat Gott sei Dank 2 Seiten“

Darf eine vom Künstler verworfene Seite eines Gemäldes museal präsentiert werden oder muss man sich als Kunsthistoriker der Meinung des Künstlers anschließen? Rückseiten freundlich zeigen sich die Kuratoren der Kirchner Retrospektive, die ab 23. April im Städel Museum in Frankfurt zu sehen sein wird, und emanzipieren sich damit auch vom Diktat der älteren Kirchner-Forschung. artefakt sprach mit der Projektleiterin Nicole Brandmüller und der Volontärin Nerina Santorius über ihren Blick auf Kirchner, die Rückseiten-Thematik, Tücken von Bewerbungsmappen und ihren Weg vom heimischen Schreibtisch in die Teamarbeit.

Kunst ist niemals krank

Hans Prinzhorn trug als junger Assistenzarzt und seines Zeichens Kunsthistoriker von 1919 bis 1921 im Auftrag der Heidelberger Klinik bildnerische Werke von Patienten psychiatrischer Anstalten zusammen. Prinzhorns Buch über „ Die Bildnerei der Geisteskranken“ machte in den Pariser Künstlercafés bald die Runde. artefakt sprach mit Thomas Röske, Leiter der Sammlung Prinzhorn, über die Institution, ‚Outsider Art‘  und den Wahn der Massen für Blockbuster-Themen.

„Fein, nun bin ich da“

Filmreif illustriert der Lebensweg der 94-jährigen Künstlerin Carmen Herrera die Geschichte eines jahrzehntelang verkannten Genies, das seit mehreren Monaten jedoch für Trubel und Schlagzeilen nicht nur in der New York Times sorgt. Wir sprachen mit Britta Buhlmann, Direktorin des Museums Pfalzgalerie in Kaiserslautern, über die Gründe der späten Entdeckung, die aufsehenerregende Ausstellung in ihrem Haus und die Besonderheit von Herreras Kunst.

Arbeitsplatz mit Blick auf Michelangelos David

Arbeiten, wo andere ihren Urlaub verbringen ─ die Kunsthistorikerin Julia Habich erfüllte sich diesen Traum als wissenschaftliche Hilfskraft am Kunsthistorischen Institut in Florenz. Mit artefakt sprach sie unter anderem über ihre Tätigkeit am Institut, die Atmosphäre vor Ort und den Reiz im Ausland zu arbeiten und zu leben.

Immer im Schreibprozess

Wie man einen Doktorvater findet, worauf man zu Beginn der Promotion achten sollte, welche Hürden die eigene Trägheit darstellen kann und wie man am besten dagegen ankämpft, erzählte uns Stephanie Marchal im Gespräch. Die Deubner-Preisträgerin berichtet über ihre Promotion zu Gustave Courbets Selbstporträts.

Volontärsarbeit

„Versteh‘ ich nicht.“, „Das kann ich auch!“ oder „Und das ist Kunst?“, raunt es in manchem Museum für zeitgenössische Kunst. Ein Grund mehr den Machern solcher Ausstellungen auf den Zahn zu fühlen: Von ihrer Arbeit in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden berichten die beiden Volontäre Julia Wirxel und David Riedel.

Energieoase für junge Kunst

Jüngst schlossen sich die Heidelberger Institutionen für moderne und zeitgenössische Kunst zum Verbund „Kunst Heidelberg“ zusammen, um die Stadt an den internationalen Kunstdiskurs anzubinden. Anlässlich seiner Jurorentätigkeit für die kommende Ausstellung „Übermorgenkünstler“ im Heidelberger Kunstverein interviewten wir Reinhard Spieler, den Direktor des Wilhelm-Hack-Museums Ludwigshafen, und nutzten die Gelegenheit, mit ihm über die Kunstszene in der Metropolregion Rhein-Neckar zu sprechen.

Der Meister von Flémalle: Eine „multiple Persönlichkeit“

Podcast zur Ausstellung „Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden. Die Geburt der neuzeitlichen Malerei“ im Städel Museum.

Learning by Galerie

artefakt sprach mit der Kunsthistorikerin Andrea Crone über ihren Weg von der Theorie zur Praxis – vom Studium der Kunstgeschichte zur Ausstellungskonzeption, Messeorganisation und Betreuung von Künstlern in einer Galerie.

Impressionen aus dem Marketing der Schirn

Marketing und Kunstgeschichte müssen sich nicht ausschließen. Wie man beides im Berufsleben verbindet, verrät Nadja Eger aus der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main.

Über uns

artefakt schafft eine Plattform, auf der neue Ansätze in der Erforschung kunsthistorischer Themen bundesweit und international vorgestellt und mittels Kommentarfunktion diskutiert werden können. Die Zeitschrift bietet jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit, Aufsätze online zu publizieren und so bereits während des Studiums oder kurz danach Forschungsergebnisse zu präsentieren. Weniger Fakten als vielmehr Fragestellungen und neue Ansätze sollen den Fachdiskurs beleben. Interdisziplinäre Ansätze, die der Kunstgeschichte von heute vielleicht eine neue Richtung weisen können, stehen dabei im Mittelpunkt. mehr »

Autoren gesucht

Studenten, Doktoranden und Graduierte (unter 35 Jahren) der Kunstgeschichte und angrenzender Disziplinen sind eingeladen, wissenschaftliche Aufsätze und Beiträge "aller Art" einzureichen. Das Thema für die wissenschaftlichen Aufsätze soll dem Bereich der Kunstgeschichte entstammen, interdisziplinäre und bildwissenschaftliche Ansätze sind sehr willkommen. Themenvorschläge in Form eines Abstracts (max. 400 Wörter) bitte an info@artefakt-sz.net.


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