Alle Artikel in: Interview

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Im Reich der Dinge. “Stillleben BRD” von Christian Werner

Bei Paderborn steht ein Haus, in dem die alte Bundesrepublik wie in einem Mausoleum konserviert ist. Das ist nicht besonders, denn es gibt viele solcher Häuser in Westdeutschland, zwischen 1960 und 1990 eingerichtet. Sie sind voll mit Dingen: Zettelrollen, gestickten Bildern, Marmortischplatten, Teppichen, Radioweckern. Der Fotograf Christian Werner inventarisierte so eine Wohnung, und aus den Bildern wurde ein Fotobuch mit dem Titel “Stillleben BRD”. Dazu gibt es Texte: Der Unternehmer Rafael Horzon schreibt über den Teppichfransenkamm, der Kunstkritiker Timo Feldhaus sieht den Tod im CD-Ständer tanzen, und der Kulturwissenschaftler Markus Krajewski vermutet im Partykeller einen Vorgeschmack auf die Unterwelt. Wahlweise verstecken sich Bestien hinter den trivialen Objekten oder sie sind Projektionsfläche für Kindheitsnostalgiker. Die Bilder sind nun im Bröhan-Museum in Berlin zu sehen. Wir sprachen mit dem Fotografen über die Dinge, die Details und über den Grusel der alten BRD.   Welche Geschichte steckt hinter „Stillleben BRD“? Ein alter Schulfreund, den ich aus den Augen verloren hatte, hat sich bei mir gemeldet, denn ich hatte begonnen, mich mit der alten BRD auseinanderzusetzen. An Weihnachten 2014 sind wir …

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Geflasht sein ist okay. Manuel Roßner im Gespräch über die Virtual Reality-Ausstellung „Unreal“ im NRW-Forum Düsseldorf

Virtuelle Realität, wird behauptet, ist der Rückzug ins Allerprivateste, nämlich die subjektive Wahrnehmung. Das stimmt natürlich nicht so ganz. Besonders nicht, wenn VR-Kunst im Museum gezeigt wird. Wer sich dort verliert, muss sich nicht schämen. Wer gegen Wände läuft, auch nicht. Das NRW-Forum in Düsseldorf zeigte eine Schau mit Kunstwerken, die nur mit der VR-Brille zu sehen sind. Wir sprachen mit dem Ausstellungsarchitekt, Künstler und Co-Kurator Manuel Roßner über den Unterschied zwischen Computerspielen und Kunst und darüber, was mit Museen und Museumsbesuchern passiert, wenn Kunst in der virtuellen Realität gezeigt wird.

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„Wer wirst du während einer Krise sein?“ Teju Cole im Interview / Photonews

Der nigerianisch-amerikanische Schriftsteller Teju Cole wird häufig als einer der bedeutendsten Intellektuellen Amerikas genannt. Er ist Fotografiekritiker der New York Times und schreibt die Kolumne „On Photography“. Jetzt erscheint mit „Blind Spot“ das erste Fotobuch von Teju Cole, das ein komplexes und elegantes Zusammenspiel von Text und Bild ist. Anika hat für Photonews mit Teju Cole gesprochen – über den Strom der Bilder und über Fragen, die ihn täglich umtreiben, jetzt, wo Amerika in einer Krise steckt.