Alle Artikel in: Interview

Lets Pretend. Tim Etchells from Carpark 7 (HM)

Die Wirklichkeit war schneller. Tim Etchells im Interview / SchirnMag

Man muss sich beei­len, wenn man mit Tim Etchells Schritt halten will. Denn der Kopf des Kollek­tivs Forced Enter­tain­ment hat einen beacht­li­chen Output — Perfor­mance, Prosa, Zeich­nung, Video. Philipp spra­ch mit ihm über Sprach­fund­stü­cke und Satire, darüber, warum seine Arbeit mit Forced Entertainment viel vom Zuschauer fordert und wie seine Werke zu Memen werden.

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”Neurotic, desperate, seductive.” An interview with Jennifer Mehigan

Cybersensuality – artist Jennifer Mehigan calls this a clickbait buzzword. We asked her what it means nevertheless. She talked about her work in a variety of mediums: video, renderings, and painting (sort of). She also talked to us about the fascination with digital bodies, bodybuilders‘ bodies, and gendered bodies – and about how to take them all apart.

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Zombies wie wir. New Scenario im Interview

Der Zombie ist unser ständiger Begleiter. Soziologen finden, wir seien die arbeitsamen Zombies des Spätkapitalismus, Politikwissenschaftler sehen eine zombifizierte Demokratie, während Medienwissenschaftler von einer Zombifizierung alter Technik sprechen — Geräte, die noch funktionstüchtig sind, fristen ein Schattendasein im Keller. In der Popkultur ist der vom Zombie ausgehende Lustgrusel ein alter Bekannter. Eine Variation der Zombie-Apokalypse haben Paul Barsch und Tilman Hornig – gemeinsam als New Scenario unterwegs – in 360° an der Technischen Universität Dresden inszeniert, Titel „HOPE“. Im Gespräch erklären die Künstler, was daran politisch ist, und welche Freiheiten extreme Szenarien bieten.

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Im Reich der Dinge. “Stillleben BRD” von Christian Werner

Bei Paderborn steht ein Haus, in dem die alte Bundesrepublik wie in einem Mausoleum konserviert ist. Das ist nicht besonders, denn es gibt viele solcher Häuser in Westdeutschland, zwischen 1960 und 1990 eingerichtet. Sie sind voll mit Dingen: Zettelrollen, gestickten Bildern, Marmortischplatten, Teppichen, Radioweckern. Der Fotograf Christian Werner inventarisierte so eine Wohnung, und aus den Bildern wurde ein Fotobuch mit dem Titel “Stillleben BRD”. Dazu gibt es Texte: Der Unternehmer Rafael Horzon schreibt über den Teppichfransenkamm, der Kunstkritiker Timo Feldhaus sieht den Tod im CD-Ständer tanzen, und der Kulturwissenschaftler Markus Krajewski vermutet im Partykeller einen Vorgeschmack auf die Unterwelt. Wahlweise verstecken sich Bestien hinter den trivialen Objekten oder sie sind Projektionsfläche für Kindheitsnostalgiker. Die Bilder sind nun im Bröhan-Museum in Berlin zu sehen. Wir sprachen mit dem Fotografen über die Dinge, die Details und über den Grusel der alten BRD.   Welche Geschichte steckt hinter „Stillleben BRD“? Ein alter Schulfreund, den ich aus den Augen verloren hatte, hat sich bei mir gemeldet, denn ich hatte begonnen, mich mit der alten BRD auseinanderzusetzen. An Weihnachten 2014 sind wir …

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Geflasht sein ist okay. Manuel Roßner im Gespräch über die Virtual Reality-Ausstellung „Unreal“ im NRW-Forum Düsseldorf

Virtuelle Realität, wird behauptet, ist der Rückzug ins Allerprivateste, nämlich die subjektive Wahrnehmung. Das stimmt natürlich nicht so ganz. Besonders nicht, wenn VR-Kunst im Museum gezeigt wird. Wer sich dort verliert, muss sich nicht schämen. Wer gegen Wände läuft, auch nicht. Das NRW-Forum in Düsseldorf zeigte eine Schau mit Kunstwerken, die nur mit der VR-Brille zu sehen sind. Wir sprachen mit dem Ausstellungsarchitekt, Künstler und Co-Kurator Manuel Roßner über den Unterschied zwischen Computerspielen und Kunst und darüber, was mit Museen und Museumsbesuchern passiert, wenn Kunst in der virtuellen Realität gezeigt wird.