Hat der Wahnsinn eine Stimme? Die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg beherbergt nicht nur Kunst von „Geisteskranken“, sondern auch deren Briefe. Die Ausstellung „Vor allen Dingen bitte ich, mich doch ja nicht zu vergessen“ zeigt Schriftstücke, die das Anstaltsleben schildern und Nöte, Wünsche und Bedürfnisse von Psychiatriepatienten offenbaren. Ihre Sprache ist uns fremd, sie verdunkelt und erhellt, sie bedrückt und fasziniert.
Mainz calling
Unter dem Motto „In vier Tagen um die Welt – Kunst und ihre Wege“ beginnt am 26. Mai nicht in London, sondern Mainz der 80. Kunsthistorische Studierenden Kongress. Im Gespräch berichten die studentischen Organisatoren von den Reisevorbereitungen mit Weltkarten, vom gemeinsamen Frühsport und erklären, warum bisher Unentschlossene in die Rolle des Phileas Fogg schlüpfen sollten.
Ré Soupault reist ohne Gepäck
Befreundet mit Man Ray und Kurt Schwitters, bewegte sich Ré Soupault in einem Kreis von Künstlern und Intellektuellen, die das 20. Jahrhundert durch ihre Kunst, ihre Gedanken und ihr Handeln prägten. Unter dem Titel „Ré Soupault. Künstlerin im Zentrum der Avantgarde“ wird in der Mannheimer Kunsthalle das vielfältige Schaffen der Alleskönnerin präsentiert.
Kunst, Wissenschaft, Gott und die Welt
Seit 2009 finden an der Kunstakademie Münster regelmäßig Kolloquien für Doktoranden, Absolventen und fortgeschrittene Studierende statt. Zwar gibt es solche Veranstaltungen an jeder Universität zuhauf, das Münsteraner Kolloquium ist allerdings ein Besonderes: Hier vernetzen sich Kunst und Wissenschaft auf eine Weise, die man an anderen Hochschulen vergeblich sucht.
Spielerische Ernsthaftigkeit
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ ist das Motto des in Kürze stattfindenden KSK in Bochum. Im Gespräch erklären die Organisatoren, warum sich das Mitspielen lohnt und was es mit dem Ideal des Unabgeschlossenen auf sich hat.
Let’s go back to the 80s
Eine Reise zurück in die Zukunft bietet die Bibliothek der Duke University: In ihren Interviewreihen zu Architektur, Kunst und Kultur versetzt Dr. Barbaralee Diamonstein-Spielvogel den Zuschauer zurück in die USA der 1970er und 80er Jahre und spricht etwa mit Philip Johnson über seine Zukunftspläne.
Kopf aus dem Sand
Sackgasse Promotion? Diesen Eindruck bekommt man, verfolgt man die Schreckensmeldungen der letzten Wochen in den großen Feuilletons.
Forschen leicht gemacht
Derzeit noch Zukunftsmusik, mit „Nelson“ vielleicht bald möglich.
Augen auf in der Innenstadt
Kunst im öffentlichen Raum wird oftmals auf Skulpturen oder Plastiken im urbanen Umfeld reduziert. Dass diese Auffassung zu eng gefasst ist, wird jetzt in einer gemeinhin als konservativ angesehenen Stadt gezeigt – 17 Plakate trauen sich was und machen den Mund auf: „Mut zur Wut“, ihr Heidelberger!
22-mal Ich
„Wer bin ich und was kann ich?“ Diese Fragen stellen sich Künstler seit dem 15. Jahrhundert. In der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zeigt eine Überblickschau, wie die zeitgenössischen Künstler sich mit der eigenen Identität auseinandersetzen.
Professioneller Dilettantismus
„Aber es wird auch vegetarisches Theater geben, in dem nur Pflanzen auf der Bühne stehen“, so entwirft das Künstler-Kollektiv Rimini Protokoll in der Ausstellung „Drei Fliegen mit einer Klappe“ die Zukunft des Theaters. Im Gespräch mit artefakt erklären die drei Theaterwissenschaftler, warum man mit Call-Centermitarbeitern nicht nur über Kreditkartenabrechnung reden muss, was Kunstkritik der Theaterkritik voraus hat und was es mit der Geschwindigkeit im Wohnstift auf sich hat.
Apocalypse now in Berlin
„Licht anschalten und warm anziehen“, sollte als Warnhinweis an der Eingangstür des ältesten und einzig erhaltenen Berliner Steingasometers stehen, dessen Geschichte als Bunker 1940 begann. Dort ist zur Zeit zeitgenössische Kunst zu sehen, die passend zum Ort unter dem Motto „Endzeit“ steht. Eine Gruppe junger Kunstgeschichtsstudenten der Freien Universität Berlin hat das Projekt auf die Beine gestellt.
Buchstabenwolken
Dass Buchstaben nicht nur Mittel zum Zweck, zum Ausdruck und der Fixierung von Worten sind, zeigt der New Yorker Grafiker Ebon Heath. Seine „Stereo.type“-Mobiles interpretieren Buchstaben und somit Sprache als eine eigene Welt, in der die Worte ein Eigenleben besitzen und „springen, schreien und tanzen“, so der Künstler im Gespräch mit Katharina Markgraf.
Objets trouvés #5
Links der Woche: u.a. die Queen bei flickr, Caravaggio für Lesefaule und Heine ist endlich in der Walhalla angekommen.
Objets trouvés #4
Links der Woche: u.a. eröffnet Google der Wissenschaft neue Perspektiven? Gentrifizierung in Berlin? Computer Icons und Kunstgeschichte?





