Autor: Anika Meier

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Back to University. Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker

Weil Soziale Medien und das Bloggen im Kulturbereich und in der Wissenschaft keinen guten Stand haben und gerade in der universitären Lehre noch sehr oft außen vorbleiben, unterrichtet Anika ab dem Wintersemester am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker. Wie es dazu kam, hat sie hier aufgeschrieben.

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Neue Geschäftsidee: Kostenlos im Kulturbetrieb arbeiten

Ich weiß nicht, was Sie machen, wenn Sie stundenlang Zug fahren müssen. Schlafen Sie vielleicht? Oder schauen Sie den anderen beim Schlafen zu und filmen die mit offenem Mund in der Öffentlichkeit Schlafenden? Arbeiten oder lesen Sie vielleicht? Oder täuschen Sie vor, zu arbeiten und zu lesen und sind doch eigentlich nur darum bemüht, die Augen offen zu halten? Ich kann Ihnen sagen, was ich im Zug so mache. Ich denke mir Geschäftsideen aus. Manchmal. Selten. Vielleicht auch nur heute. Jedenfalls: Genau heute ist mir eine sehr sehr gute Geschäftsidee in den Sinn gekommen. Es muss irgendwo zwischen Hamburg und Münster gewesen sein. Vor lauter Aufregung habe ich meine Geschäftsidee sofort mit der Welt geteilt. Wie man das heute eben so macht. Auf Twitter also verkündete ich: Neue Geschäftsidee: Kostenlos im Kulturbetrieb arbeiten. Aber vermutlich no chance, Angebot und Nachfrage sind schon zu hoch. #sadface An neuen Geschäftsideen kann man zweifeln, das ist okay. Man sollte nicht zu selbstsicher rüberkommen, das könnte überheblich wirken – und das neue Projekt wäre sofort gescheitert.

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Der G20-Gipfel ist vorbei, die Bilder bleiben. „1000 Gestalten“ in Hamburg

Das sind Bilder, die von den Protesten rund um den G20-Gipfel in Hamburg bleiben sollten. Die Bilder der Performance „1000 Gestalten“, die knapp 24 Stunden vor der Ankunft von Trump, Putin und Erdogan in der Hamburger Innenstadt stattfand. Pünktlich zur Mittagspause schlurften am vergangenen Mittwoch zahllose graue Gestalten in Zeitlupe durch das Kontorhausviertel Richtung Burchardplatz, dem zentralen Platz des Quartiers. Lehmverschmiert, die Kleidung verkrustet, alt und starr, als müsse sie wie ein Panzer zum Schutz getragen werden. Oder als wäre es einfach egal, weil sowieso alles egal ist, weil: zu anstrengend. Die grauen Gestalten, sie kamen aus allen Richtungen, sie schlichen durch die Straßen, ließen sich hängen, kamen kaum voran und nahmen vor allem nichts und niemanden um sich herum wahr. Blieb einer von ihnen auf der Strecke liegen, weil er entkräftet zu Boden ging, stiegen die anderen über ihn hinweg. Der vollständige Text ist online beim Monopol Magazin erschienen, bitte hier entlang. About today: „1000 Gestalten“ performed for about 2 hours in the city center of Hamburg on the occasion of the #G20 summit. …

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„Wer wirst du während einer Krise sein?“ Teju Cole im Interview / Photonews

Der nigerianisch-amerikanische Schriftsteller Teju Cole wird häufig als einer der bedeutendsten Intellektuellen Amerikas genannt. Er ist Fotografiekritiker der New York Times und schreibt die Kolumne „On Photography“. Jetzt erscheint mit „Blind Spot“ das erste Fotobuch von Teju Cole, das ein komplexes und elegantes Zusammenspiel von Text und Bild ist. Anika hat für Photonews mit Teju Cole gesprochen – über den Strom der Bilder und über Fragen, die ihn täglich umtreiben, jetzt, wo Amerika in einer Krise steckt.