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Wie war das nochmal mit der Radierung? #2

Die folgenden Zeilen sollen an den vorangegangenen Beitrag  „Wie war das nochmal mit der Radierung?“ anknüpfen,  denn es gibt neue Videos zu den druckgraphischen Techniken vom Museum of Modern Art, die im Rahmen der Ausstellung  „German Expressionism“ entstanden sind.

Einen kurzen Überblick über die druckgrafischen Techniken liefert das Video „Printmaking Techniques“ von der MoMa-Homepage zur Ausstellung.

Zu jedem Verfahren gibt es zusätzlich zwei Videos. Das erste widmet sich in einem allgemeineren, kurz gefassten Überblick dem Ursprung der Technik und der Entstehung einer Grafik, während sich das zweite Video ausführlich mit dem Verfahren und dem Druck auseinandersetzt. Man kann beispielsweise mitverfolgen, wie die Vorbereitungen für einen Holzschnitt aussehen, wie der Druckstock bearbeitet und wie letztendlich gedruckt wird.

Erfreulicherweise wurden die Videos zeitgemäß produziert. Ein kleiner Wehmutstropfen ist, dass die Videos in Englisch kommentiert sind, doch mit LEO oder Linguee sollte auch die Übersetzung der Fachbegriffe kein Problem sein. Eine handliche Liste der Fachtermini in fünf Sprachen gibt es außerdem in der nach wie vor unverzichtbaren Schrift „Die Kunst der Graphik“ von Walter Koschatzky.

Holz- und Linolschnitt

Tiefdruckverfahren

Lithographie

Neben den Videos soll auf Folgendes in aller Kürze hingewiesen werden:

Eine virtuelle Präsentation verschiedener druckgrafischen Werke hat sich das Kupferstichkabinett zur Aufgabe gemacht. Die digitalisierten Werke basieren auf den wichtigsten Elementen der grafischen Sammlungen des Herzogs Anton Ulrich-Museums in Braunschweig und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Aktuell umfasst die Sammlung 45536 Beschreibungen und Abbildungen von Druckgrafik des 15. bis 18. Jahrhunderts, die online einsehbar sind. Herauszuheben ist die hohe Auflösung der Bilder, die eine genaue Betrachtung ermöglicht und auch ein nahes Heranzoomen zulässt, was gerade bei der Druckgrafik sehr lohnenswert ist. Die Seite eignet sich gut für die Recherche zu einzelnen Werken, da neben Künstler, Titel und Datierung auch Technik, Maße und Provenienz aufgeführt werden.

Eine weitere für die Provenienzforschung  aufschlussreiche und wichtige Seite ist die Seite Les Marques de Collections. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von Kennzeichen auf künstlerischen Drucken und anderen Papierarbeiten in Form von Stempeln. Man kann also anhand dieser Aufdrucke beispielsweise die Sammlung, die Institution, den Verkäufer, Künstler oder Verfasser einer Grafik herausfinden. Weiterhin ist es möglich, auf diese Weise verschiedene Informationen wie Entstehungszeit und –ort der Grafik zu recherchieren. Les Marques de Collections wurde ursprünglich von Frits Lugt ins Leben gerufen und ist bis heute mehrmals überarbeitet und ergänzt worden.

Dennoch kann keine virtuelle Grafik ein Original ersetzen und der Gang ins Kupferstichkabinett und das Betrachten von Originalen bleibt weiterhin mehr als lohnenswert. Ein kleiner Tipp zum Schluss: Man kann sich im Kabinett auch Originale vorlegen lassen. Einfach telefonisch erkundigen und anmelden und schon steht man vor einem Dürer ohne störendes Glas.

Wie war das nochmal mit der Radierung?
Wie war das nochmal mit dem Bronzeguss?

 

2 Kommentare

  1. Pingback: Wie war das nochmal mit der Radierung? #2 « FSR Kunstgeschichte

  2. Eine sehr schöne Sammlung an Anleitungen für die verschiedenen Verfahren. Am besten fand ich die Lithograhpien. Ein sehr spannendes Video das zeigt, dass eine Original Lithograpie nicht einfach eine Kopie ist.
    Gruss
    Ars Domis
    http://www.ars-domis.de

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