allerArt, Neues
Schreibe einen Kommentar

Let’s go back to the 80s

Bilder von markanten Wolkenkratzern und Bauwerken vor blauem Himmel unterlegt mit pathetisch feierlicher Musik: Schon der Vorspann der Serie „American Architecture Now“ – der an „Dallas“ denken lässt – stimmt den Zuschauer darauf ein, dass er im Begriff ist ein Zeitdokument der 1970er und 80er Jahre zu visionieren. Kleidung, Studiodekoration und in einigen Fällen bedauerlicherweise auch Ton- und Bildqualität der Diskussionsrunden leisten ihr übriges, um die Zeitreise zu komplettieren.

Aber nicht nur zum Schmunzeln eignet sich die Interviewreihe, die die digitale Sammlung der Bibliothek der Duke University, South Carolina, via Youtube und iTunes öffentlich zugänglich gemacht hat. Moderatorin Dr. Barbaralee Diamonstein-Spielvogel, mittlerweile stellvertretende Vorsitzende des New York State Council on the Arts, spricht mit nicht gerade unbekannten Vertretern der Architektengilde; geladen sind beispielsweise Peter Eisenman, Frank Gehry, Michael Graves, Philip Johnson, Richard Meier, Charles Moore sowie Robert Venturi und Denise Scott Brown. In längeren Gesprächen stellen diese sich den Fragen der Moderatorin zu ihren Bauten, dem perfekten Bauherren, verwendeten Materialien oder ihrer individuellen Architektursprache. Diskussionen und Positionen beider Jahrzehnte, die unter dem Fachbegriff der postmodernen Architektur Eingang in die Stilgeschichte gefunden haben, werden greifbar.

Spaß macht es, beispielweise Philip Johnson, dem ersten Pritzker Preisträger, bei seinem augenzwinkernden Understatement zuzusehen und seinen Ausführungen zu folgen, warum er Architekten nicht zu einem Universitätsstudium raten kann – Vermeidung hält er für die beste Strategie. Unterhaltsam ist es auch, Sätzen zu lauschen wie: „I disliked Mr. Gropius so much, that I had no trouble getting impetus from other places“ oder „First rule: an architect is to be born rich. Second rule is, if failing that, to marry wealthy. And the third is – there is no third. You got to do one of those.“ Wichtige Momente seiner Karriere wie die „International Style“-Ausstellung 1932 im Museum of Modern Art in New York werden besprochen, seine Meinung über die jüngere Architektengeneration eingeholt sowie mehrere seiner Bauwerke diskutiert, etwa das „Glass House“ in New Canaan, Connecticut, oder das ehemalige „AT&T Headquarter“, heute „Sony Center“ in New York.

Weitere Sendereihen mit Diamonstein-Spielvogel, die nicht nur als Moderatorin, sondern auch als Kuratorin und Autorin tätig war, stehen an selbiger Stelle bereit: In der Serie „Inside New York‘s Art World“ spricht sie u.a. mit Künstlern wie Christo und Jeanne-Claude, Alex Katz, Lee Krasner, Roy Lichtenstein oder Robert Motherwell. In „About the Arts“ kommen Galeristen wie Leo Castelli sowie Kuratoren, Museumsdirektoren oder der Choreograph Merce Cunningham zu Wort. So let’s go back to the 80s.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *