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    Experimentierfeld für Performer

    Das Open Space Lab, ein studentischer Projektraum für junge zeitgenössische Kunst, wurde kürzlich in den Räumlichkeiten des Heidelberger Kunstvereins eröffnet. Die Inbetriebnahme widmete sich der temporären Raumaneignung durch Performance, Installation, Video und Sound. Viktoria Mirkin, Christina Schrauwers und Jochen Steinmetz dokumentierten den Abend in Bildern für artefakt.

    4.07.2010

    Fotos: Viktoria Mirkin, Christina Schrauwers, Jochen Steinmetz

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      Hereinspaziert ins Open Space Lab.

      Zu Beginn der Inbetriebnahme wird der Gebrauch von Martina Geiger-Gerlachs (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) Arbeit „100 Schutzhauben“ demonstriert, …

      … die den Besuchern den Abend über zur Benutzung zur Verfügung stand und deren Wirkung von den Haubenträgern im Gästebuch notiert wurde. Die Schutzhauben ermöglichen unerkannt am öffentlichen Leben teilzunehmen. Nach außen wirkt der Tarnungsversuch jedoch irritierend und von medialen Assoziationen überschattet: Ein Versuch persönlicher Verweigerung in Zeiten globaler Videoüberwachung und Vermummungsverbot.

      Zeitgleich wurden die Relikte einer Performance von Rebecca Thomas (Hochschule für bildende Künste Hamburg) “Les ballons de Madame Michelle“ vorgestellt.

      Die schöne Oberfläche vertuscht zunächst den anstößigen Inhalt der Luftballons: getragene Slips. Erst bei genauerem Hinsehen wurden die Betrachter mit den Überbleibseln einer ‚femme fatale‘ konfrontiert, während sich die Luftballons schnell im gesamten Gebäude verteilten.

      Florian Klette (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) filmte für seine Videoarbeit „While Ⅰ was doing the dishes“ seinen Nachbarn heimlich beim Zappen.

      Ein Schutzhaubenträger liest den Begleitband zu Jasmin Werners (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) Arbeit „A las Flores de Heidelberg“. Der Band enthält ein Gedicht des Pillipiners Jose Rizal aus dem Jahre 1886, in dem er die Heidelberger Blumen als Symbole seiner in Deutschland gewonnenen Freiheit darstellt. Die Fotocollage an der Wand schuf Werner nach der Lektüre des Gedichtes.

      Die Fotografien waren wiederum die Grundlage für das Parfüm „RI-1137-C Heidelberg“.

      Jennifer Vanessa Lehmann (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe) thematisiert bei ihrer Peformance den gleichzeitigen Wunsch nach Halt und Freiheit: Mit Künstlern und Besuchern…

      … sowie als Rauminstallation.

      Benjamin Matzek (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) verarbeitet in seiner Soundinstallation „Listen me: reading you“ die Geräusche der Anwesenden zu einem rhythmischen Klangteppich.

      Diese nutzen die Gelegenheit ein Kunstwerk zu tragen …

      … oder sich in den Programmpausen auf der Terrasse zu erfrischen.

      Byung Chul Kim (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) informiert an seinem Stand über die kommenden Fahrten des „Performance Express“ nach Paris und Metz.

      Um eine kostenlose Fahrkarte zu ergattern, …

      … müssen die künftigen Mitfahrer eine ‚performative Leistung‘ erbringen. Hier wird die Arbeit „The Artist Is Present“ von Marina Abramovic neu aufgelegt.

      Viktoria Mirkins (Fachhochschule für Design Mannheim) Performance „Reduction FGM 1“ macht auf die Problematik der Beschneidung afrikanischer Frauen aufmerksam.

      Während der Performance erstellte sie mit Skalpell, Glasscherben, Messer, Schere und Tacker ein Buch.

      Die Inbetriebnahme ist vorüber – das Labor ist eröffnet.

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