Jahr: 2017

000044050002

Im Reich der Dinge. “Stillleben BRD” von Christian Werner

Bei Paderborn steht ein Haus, in dem die alte Bundesrepublik wie in einem Mausoleum konserviert ist. Das ist nicht besonders, denn es gibt viele solcher Häuser in Westdeutschland, zwischen 1960 und 1990 eingerichtet. Sie sind voll mit Dingen: Zettelrollen, gestickten Bildern, Marmortischplatten, Teppichen, Radioweckern. Der Fotograf Christian Werner inventarisierte so eine Wohnung, und aus den Bildern wurde ein Fotobuch mit dem Titel “Stillleben BRD”. Dazu gibt es Texte: Der Unternehmer Rafael Horzon schreibt über den Teppichfransenkamm, der Kunstkritiker Timo Feldhaus sieht den Tod im CD-Ständer tanzen, und der Kulturwissenschaftler Markus Krajewski vermutet im Partykeller einen Vorgeschmack auf die Unterwelt. Wahlweise verstecken sich Bestien hinter den trivialen Objekten oder sie sind Projektionsfläche für Kindheitsnostalgiker. Die Bilder sind nun im Bröhan-Museum in Berlin zu sehen. Wir sprachen mit dem Fotografen über die Dinge, die Details und über den Grusel der alten BRD.   Welche Geschichte steckt hinter „Stillleben BRD“? Ein alter Schulfreund, den ich aus den Augen verloren hatte, hat sich bei mir gemeldet, denn ich hatte begonnen, mich mit der alten BRD auseinanderzusetzen. An Weihnachten 2014 sind wir …

BANZBOWINKEL_VR01_05

Geflasht sein ist okay. Manuel Roßner im Gespräch über die Virtual Reality-Ausstellung „Unreal“ im NRW-Forum Düsseldorf

Virtuelle Realität, wird behauptet, ist der Rückzug ins Allerprivateste, nämlich die subjektive Wahrnehmung. Das stimmt natürlich nicht so ganz. Besonders nicht, wenn VR-Kunst im Museum gezeigt wird. Wer sich dort verliert, muss sich nicht schämen. Wer gegen Wände läuft, auch nicht. Das NRW-Forum in Düsseldorf zeigte eine Schau mit Kunstwerken, die nur mit der VR-Brille zu sehen sind. Wir sprachen mit dem Ausstellungsarchitekt, Künstler und Co-Kurator Manuel Roßner über den Unterschied zwischen Computerspielen und Kunst und darüber, was mit Museen und Museumsbesuchern passiert, wenn Kunst in der virtuellen Realität gezeigt wird.

youlikeit

Back to University. Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker

Weil Soziale Medien und das Bloggen im Kulturbereich und in der Wissenschaft keinen guten Stand haben und gerade in der universitären Lehre noch sehr oft außen vorbleiben, unterrichtet Anika ab dem Wintersemester am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker. Wie es dazu kam, hat sie hier aufgeschrieben.

Share_Listicle_Virtual_Reality_Sentiment_Solutions_Britta_Thie_HfG_Offenbach

Die wichtigsten Virtual Reality-Kunstwerke. Und ein paar Games

Wenn alle vom nächsten großen Ding sprechen, muss man meistens aufhorchen: Ist das wirklich so neu? Und woher kommt das überhaupt? Derzeit sprechen alle von Virtual Reality. Der Gropius-Bau in Berlin zeigt eine Ausstellung mit dem Titel „Immersion„, an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach ist der letzte Rundgang in 360° zu erleben, und das NRW-Forum in Düsseldorf hat einen  Anbau, ganz virtuell, versteht sich. Ohne Distanz den Betrachterstandpunkt gleich ins Werk zu verlegen, ist keine so neue Idee und steht auch immer schon unter Verdacht, dem bloßen Entertainment zu dienen. Wobei gerade Games die wichtigsten Innovationen für die Kunst bieten. Das zeigt die Spurensuche, auf die sich Philipp für das Schirn Magazin begeben hat. Titelbild: „Sentiment Solutions“, HfG Offenbach, Project Supervisor: Britta Thie, inspiriert von: New Scenario, „Hope“.