Monate: April 2016

Kommst Du mit in den Alltag? Eine Zeitung für die Generation Instagram von Stephen Shore

In den 70er Jahren hat Stephen Shore das Banale auf seinen Road Trips quer durch Amerika dokumentiert. 2016 schafft er neue Werke ausschließlich für Instagram, das längst ein Synonym für die banale Dokumentation des Alltags geworden ist. Jetzt hat er die Zeitung Documentum herausgebracht, die Fotos aus der App in die Flüchtigkeit des Analogen holt

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Im Bett leben

Das Jahr 2015 endete mit einer überraschenden Nachricht. 80 Prozent der jungen New Yorker Berufstätigen arbeiten vom Bett aus. Und jetzt sind es nicht die Alten und Kranken, die im Bett liegen, sondern die vielbeschworenen Millenials. Die jungen Leistungsträger halten sich nicht mehr nur zum Schlafen und zum Sex im Bett auf. Das findet Silke Weber in der Zeit „gut so“. Aber so war es natürlich nicht immer. Honoré de Balzac hat in seiner „Physiologie der Ehe“ ein Kapitel der Theorie des Betts gewidmet. Da war noch das Eheleben in all seinen pikanten Details der Ausgangspunkt der Betttheorie. Weit entfernt von Balzacs Ausführungen aus einem vergangenen bürgerlichen Zeitalter ist Tracey Emins berühmte Arbeit „My Bed“. Das Bett ist ein intimer Ort, zwar kein Rückzugsort mehr, aber immerhin, irgendwie noch persönlich. Kippen, eine Flasche Orangina und eine Flasche Absolut. Batterien und Kondome und ein ungemachtes Bett. Die Arbeit ist von 1998. Damals war es vielleicht noch ein Schock, ein ungemachtes Bett auszustellen. Zumindest sorgte die Installation dafür, dass einmal mehr die langweiligste Kritik der Welt aufgewärmt wurde: “Das ist …