Monate: Januar 2016

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Alles auf Anfang. „Geniale Dilletanten“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe

Wahrscheinlich ist über die Berliner (Post)-Punkszene um 1980 alles gesagt. Oder eben nicht, weil sich keiner so richtig daran erinnern kann. So oder so, die gut geölte Diskursmaschine um die sagenumwobenen frühen 1980er läuft. Die meisten Protagonisten sind freilich längst angekommen, als Künstler, als Musiker oder als Universitätsprofessoren. Vor ungefähr zehn Jahren gab es ein kleines Revival der wunderbaren Jahre um 1980. Beispielsweise mit Jürgen Teipels Dokumentarroman „Verschwende Deine Jugend“. Oder mit der Film-Anthologie „Alle Macht der Super 8“. Damit sind Musik und Kino abgesteckt, fehlt nur noch die Malerei. Da gab es Albert Oehlen, der Plattencover gemalt hat, beispielsweise für Palais Schaumburg. Oder Martin Kippenberger. Der war Teilhaber an einem Punkclub in Kreuzberg, dem SO36. Dort ist er aber ausgestiegen, als nach einem Konzert der englischen Band Wire die Gäste den Laden zerlegt und die Kasse geklaut haben. Was klingt wie ein einziger Amphetamin- und Bierrausch, ist prägend für die Pop-Intelligentsia. Zum Beispiel für Diedrich Diederichsen. Denn schon in den frühen 1970ern beginnt für ihn Pop Zwei, der endlich Schluss macht mit langhaarigen Rockern, und stattdessen das …

The Good News is: #MuseumSelfieDay is over

Geschafft. Es ist vorbei. Bye Bye Museum Selfie Day. Bis in einem Jahr. Vielleicht. Wenn alles gut geht und es das Internet noch gibt. Und Twitter und Instagram und all die anderen crazy sozialen Medien, mit denen man die jungen Leute erreicht, die sonst keinen Fuß in ein Museum setzen, ja, die bestimmt nicht einmal wissen, was das ist, ein Museum. Verrückt, dieses Internet. Und lustig sind die da alle. Kommt, das machen wir auch. Eine Portion Lustigkeit, bitte. Ja, genau, zum Mitnehmen. Es folgt: Unser Best of zum gestrigen Museum Selfie Day. Einen Anspruch auf Vollständigkeit haben wir nicht. Schulnote A+ (Am Tag 1 nach dem Museum Selfie Day waren diese beiden Tweets von den Harvard Art Museums leider nicht mehr auf Twitter zu finden.) Yolo, Bruder! Unsere These zum #museumselfieday: #Nietzsche würde #yolo sagen! #mkghamburg #Hamburg #museum #jugendstil #museumselfie #carpediem #iamthewalrus @museumselfieday A photo posted by Museum für Kunst und Gewerbe (@mkg.hamburg) on Jan 20, 2016 at 9:02am PST Dumm nur, wenn die eigenen Follower keinen Spaß verstehen. Oder im Grundkurs Philosophie in …

Der Tag des #MuseumSelfie: Wo man die besten Ideen und die wenigsten Probleme hat

Immer wieder zum Tag des Museum Selfie mache er sich im Stillen Gedanken über all seine Fehltritte als Schreiberling, twitterte vor ziemlich genau einem Jahr Brian Droitcour, der Erfinder des Art Selfie. Aber all das Klagen, Jammern und Lamentieren hilft nicht viel, den Tag des Museum Selfie gibt es nun einmal und deshalb müssen wir da jetzt durch. Schon im Dezember 2012 definierte Droitcour für das Künstlerkollektiv DIS das Phänomen Art Selfie. Er dachte an Kunstwerke mit spiegelnden Oberflächen, in denen sich der Betrachter spiegeln kann. Schnell wurde daraus etwas anderes. Das irritierte ihn, aber so funktionieren Meme in den sozialen Medien eben. Längst machen selbst Gemälde und Skulpturen Selfies, die das #MuseumOfSelfies sammelt. Ein wenig zuckte ich zusammen, als auf Twitter die Ankündigung für den nächsten Tag des #museumselfie in meiner Timeline an mir vorbeirauschen wollte. Kurz innehalten, Terminkalender hervorkramen und mit rotem Filzstift #NoMuseumSelfie für den 20. Januar 2016 notieren. Das schrieb ich noch vor wenigen Wochen im Monopol Magazin. Es  ist so weit, heute ist der 20. Januar 2016. Darum: #NoMuseumSelfie, ahoi! Und …

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Das große Post Internet ABC Teil 2: Google bis Junk

Wahrscheinlich ist der Hype schon vorbei. Zumindest sind die Zeiten längst vorbei, in denen man sich bei Galerieeröffnungen wissend zuraunen konnte: „Das ist Post Internet. Die Welt ist noch nicht bereit dafür.“ Die Welt ist längst bereit, und zumindest die Kunstwelt kann das Wort nicht mehr hören. Aber die Phänomene, die vor vier/fünf Jahren aufgetaucht sind, bleiben sicher noch eine Weile. Deshalb erklären wir im zweiten Teil unseres ABCs, wer eigentlich wie am Fließband Theorien für die zeitgenössische Welt produziert, wer den besten Tumblr zu Google StreetView hat und wer die ganzen Instagram-Follower weggekauft hat. G  Google. Jorge Luis Borges hat sich in seiner Mikro-Erzählung „Von der Strenge der Wissenschaft“ ein Königreich ausgedacht, in dem es eine Karte gibt, die genauso groß ist wie das Königreich. Dem Traum von der lückenlosen Abbildung kommt Google schon ziemlich nahe. Angefangen bei der Kartographierung des Internet, über die Digitalisierung von Büchern, bis hin zur Angleichung von Karte und Gebiet mit Google StreetView. Dass die Karte aber doch ganz lückenlos ist, führt Jon Rafman auf seinem Tumblr 9-eyes vor. Da zeigt …